Als eine der größten Universitäten Bangladeschs setzt die University of Dhaka auf hochverfügbare digitale Dienste, um einen reibungslosen Campusbetrieb zu gewährleisten. Steigende Lizenzkosten und die mangelnde Ausfallsicherheit der bestehenden Legacy-Umgebung zwangen jedoch zum Umdenken.
An der Universität Dhaka ist die IT ein fester Bestandteil des Campus-Alltags. Da zehntausende Studierende zeitkritische Aufgaben online erledigen und die Verwaltung im Hintergrund den reibungslosen Betrieb sicherstellt, müssen die Systeme permanent erreichbar sein. Jeder Ausfall kann schnell zu einer campusweiten Störung führen.
Über Jahre hinweg liefen wichtige Workloads auf einem Mix aus Virtualisierungsplattformen. Die Technologie funktionierte, doch die Kompromisse wurden immer größer: Die Lizenzkosten stiegen, Upgrades wurden restriktiver und das Erreichen echter Hochverfügbarkeit blieb eine Herausforderung.
Wenn Upgrades zum zweischneidigen Schwert werden
Die Universität betrieb zunächst VMware ESXi, doch das Lizenzmodell wurde auf Dauer untragbar. „Die Lizenzgebühren waren oft teurer als die Server-Hardware selbst“, berichtet Md. Mahedi Hasan, Senior Cybersecurity Analyst und ehemaliger Network Engineer an der University of Dhaka.
Zusätzlich nutzte das Team XenServer, doch die kostenlose Version schränkte das Clustering ein. Die Konsequenz war direkt spürbar: keine Hochverfügbarkeit. Beim Ausfall eines physischen Hosts standen auch die darauf laufenden Dienste. Für die kritischsten Dienste der Universität war dieses Risiko nicht länger hinnehmbar.
Auch Upgrades wurden zur Herausforderung. Neuere Hypervisor-Versionen waren an teure, kostenpflichtige Lizenzstufen gebunden. Damit blieb die IT-Umgebung effektiv auf alten Releases hängen. Das Ergebnis war ein für den öffentlichen Sektor bekanntes Dilemma: Entweder das Budget für Lizenzen aufzehren oder wachsende technische Schulden und betriebliche Risiken in Kauf nehmen.
Enterprise-Funktionen ohne Lizenzkosten
Als öffentliche Universität, die großen Wert auf Open-Source-Technologien legt, suchte die University of Dhaka nach einer Enterprise-Plattform ohne künstliche Feature-Einschränkungen. Proxmox Virtual Environment überzeugte, da alle Funktionen ungeingeschränkt verfügbar sind und nicht für teurere Editionen reserviert werden.
„Wir waren beeindruckt, dass zentrale Enterprise-Funktionen wie Clustering, Hochverfügbarkeit (HA) und Backups nicht hinter einer Bezahlschranke gesperrt sind“, so Hasan.
Die Plattform wies zudem den Weg in eine zukunftsfähige Architektur: Dank Proxmox VE und dem integrierten Ceph-Storage konnte die Universität auf eine hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) umstellen und ihre Kapazitäten auf Standard-Hardware flexibel skalieren. Mithilfe von Proxmox Backup Server konnten Backup- und Recovery-Prozesse als feste Routine in den täglichen Betrieb integriert werden, anstatt lediglich eine nachträgliche Notlösung zu sein.
Vom Pilotbetrieb in die Produktion
Die Universität setzte auf eine „Test-First“-Strategie. Zunächst führte das Team ein Pilotprojekt durch, um das Cluster-Verhalten, die Management-Workflows und die Stabilität unter realen Lastbedingungen zu prüfen. Erst nachdem die Praxistauglichkeit der Umgebung zweifelsfrei nachgewiesen war, migrierte das Team die geschäftskritischen Dienste.
Die University of Dhaka startete mit einem 5-Node-Cluster und migrierte die wichtigsten Anwendungen von VMware und XenServer. Hasan leitete die Initiative und stellte sicher, dass jeder Workload sauber und planbar migriert wurde.
Inzwischen laufen die meisten Kernanwendungen der Universität auf Proxmox VE, und der Cluster dient als Standardplattform für alle neuen Deployments.
Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit im Fokus
Zusätzliche Vorteile ergaben sich aus der Modernisierung der Hardware und einem durchdachten Design. So rüstete die Universität ihren Storage von SAS auf SSDs um und führte ein redundantes 10-Gbit/s-Netzwerk-Backbone ein. Diese Kombination verbesserte die Performance I/O-intensiver Workloads erheblich und reduzierte die Latenz in stark ausgelasteten Systemen.
Das Team implementierte zudem Best-Practices, die sich sofort bezahlt machten:
- Netzwerksegmentierung: Um Sicherheit und Performance zu optimieren, wurden der öffentliche Datenverkehr und der Management-Traffic strikt vom Cluster- und Ceph-Traffic getrennt.
- Speicherstrategie: Die Universität nutzt derzeit sowohl Ceph als auch SAN, hat sich jedoch gegen eine Erweiterung der SAN-Infrastruktur entschieden. Künftiges Wachstum wird sich auf Ceph konzentrieren, wodurch der Speicher mit Standard-Servern (Scale-Out) erweitert werden kann.
- Disaster Recovery per Design: Proxmox-Backup-Server läuft zusammen mit der Remote-Site-Replikation. Backups werden für eine schnelle Wiederherstellung lokal gespeichert und zusätzlich an einen externen Standort repliziert, um gegen lokale Ausfälle abgesichert zu sein.
Zusammen bilden diese Entscheidungen einen modernen Virtualisierungs-Stack, der im Alltag durch hohe Geschwindigkeit überzeugt und bei unvorhersehbaren Ereignissen maximale Resilienz bietet.
Stabilität wird zur Normalität
Das sichtbarste Ergebnis ist die Zuverlässigkeit. Durch den Wechsel auf eine hochverfügbare Cluster-Plattform erreichte die University of Dhaka eine Verfügbarkeit von 99,99 % für kritische Dienste. Das bedeutet weniger Unterbrechungen während der Spitzenzeiten, weniger Notfall-Troubleshooting und eine bessere Nutzungserfahrung für Studierende und Mitarbeitende.
Auch der Datenschutz hat sich massiv verbessert. Proxmox Backup-Server und Offsite-Replikation haben die Geschäftskontinuität gestärkt und Wiederherstellungsprozesse schneller und berechenbarer gemacht.
Ein weiterer großer Erfolg war die Kosteneffizienz. Durch den Wegfall proprietärer Lizenzgebühren steht Budget für gezielte Infrastrukturverbesserungen zur Verfügung, welche die Performance und Resilienz direkt erhöhen, wie zum Beispiel durch den Einsatz von SSDs und redundanter 10-Gbps-Netzwerkinfrastruktur. Effektiv hat die Universität ihre Ausgaben von Lizenzen hin zu nachhaltigen Kapazitäten verlagert. Strategisch gesehen ermöglicht Proxmox VE der Universität den Schritt in eine Software-definierte Zukunft. Die Hochschule ist nicht länger an hardwaregebundene Speicher-Zyklen oder Upgrade-Beschränkungen der Hersteller gebunden, die die Modernisierung bremsen. Die Skalierung erfolgt nach Bedarf mit der Hardware, die das Team selbst auswählt.
Ein neuer Standard für den digitalen Campus
Proxmox-Lösungen sind inzwischen der Infrastruktur-Standard an der Universität. Das Team plant, den Cluster um weitere Compute- und Storage-Nodes zu erweitern, um den wachsenden digitalen Anforderungen der Campus-Community mit mehr als 45.000 Studierenden gerecht zu werden.
Mit Proxmox VE als Fundament hat die University of Dhaka eine Umgebung geschaffen, die zu ihren Werten und zur Realität passt: offen, skalierbar und unabhängig. Hasan bringt es auf den Punkt: „Wir können endlich in eine bessere Infrastruktur investieren, statt für Lizenzen zu bezahlen und die ganze Universität profitiert davon.“
Md Mahedi Hasan
Senior Cybersecurity Analyst
Über University of Dhaka
Die 1921 gegründete University of Dhaka mit Sitz in Dhaka, Bangladesch, ist die älteste aktive Universität des Landes und eine der einflussreichsten staatlichen Institutionen für Hochschulbildung und Forschung. Sie betreut rund 45.000 Studierende, unterstützt durch etwa 2.200 Lehrende und 3.900 Mitarbeitende. Damit spielt sie eine zentrale Rolle bei der Förderung akademischer Exzellenz und Innovation im öffentlichen Sektor Bangladeschs.
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